Alles von der Vogelbeere – Teil 2

Die Vogelbeerernte ist im vollen Gange. Schon Anfang August wurden die Beeren rot und die ersten kühleren Nächte geben den Früchten noch mehr Aroma. Die Eberesche gehört zu den Wildfrüchten, die ich sehr gern verarbeite und genieße. Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Vogelbeeren keineswegs giftig. Je nach Sorte enthalten sie aber Parasorbinsäure. Der Stoff kann beim Verzehr roher Beeren Bauchweh und Durchfall verursachen, wird aber durch Erhitzen abgebaut. Allerdings haben die Früchte der Eberesche je nach Sorte und Standort einen mehr oder weniger hohen Bitterstoffgehalt. Wer das nicht mag, sollte nach den bitterstoffarmen Mährischen Ebereschen Ausschau halten:

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Links die bitterstoffarme Mährische Eberesche, sie enthält kaum oder keine Parasorbinsäure und kann auch roh verzehrt werden. Rechts die gemeine Eberesche, die vor Verzehr gekocht werden sollte. Der Bitterstoffgehalt kann durch mehrtägiges Einfrosten gemildert werden. Dann kann sie zu Marmelade oder Chutney verarbeitet werden.

Einen Teil meiner Lieblingsrezepte wie Vogelbeerlikör, Marmelade und Chutney habe ich bereits im letzten Jahr hier veröffentlicht – Alles von der Vogelbeere und heute folgt eine weitere Köstlichkeit:

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Kandierte Vogelbeeren und Vogelbeersirup

1,5 kg Vogelbeeren (ich nehme eine Mischung aus mährischen und gemeinen Vogelbeeren), 1,0 kg Zucker, 0,5 l Wasser, 250 g Puderzucker (nach Bedarf)

Aus Zucker und Wasser einen Zuckersirup kochen. In diesen kochenden Sirup die gewaschenen und sorgfältig verlesenen Beeren (alle kleinen Stiele und beschädigte oder verpilzte / schwarze Beeren entfernen) geben. Aufkochen lassen und vom Herd nehmen, abgedeckt 1 Tag stehen lassen. Beeren durch ein Sieb geben, abtropfen lassen. Den Sud wieder aufkochen und über die Beeren gießen. Vom Herd nehmen und wieder einen Tag stehen lassen, dies 4x bis 7 x wiederholen. Die Beeren schrumpfen in dieser Zeit etwas. Nach einer Woche letztmalig abgießen, gut abtropfen und auf einem Backblech bei leicht geöffneter Ofentür im Herd auf kleinster Stufe antrocknen, dann in Puderzucker wälzen und trocken aufbewahren. Vor der Verwendung nochmals in Puderzucker wälzen.

Für eine fruchtigere Variante die Beeren im Dörrgerät ca. 5 Stunden trocknen. Sie haben dann die Konsistenz von Rosinen oder getrockneten Cranberrys, schmecken bitter-süß und man muss sie nicht extra in Zucker wälzen.

Ich nasche sie gerne pur oder gemischt mit Nüssen, gebe sie ins Müsli, in die Quarktorte und sie sind eine wichtige Zutat im Apfelbrot. Eine Handvoll im Früchtepunsch gibt dem Getränk eine besondere Note. Haltbar sind die kandierten Beeren ungefähr ein Jahr, wenn sie trocken und kühl gelagert werden (und nicht schon vorher aufgegessen).

Den Sud, der bei der Herstellung übrig bleib,t bitte keinesfalls weggießen! Verdünnt mit Wasser wird er ein Erfrischungsgetränk oder mit Prosecco ein Longdrink. Er süßt Milch oder aromatisiert Quark/Joghurt oder wird mit heißem Apfelsaft ein Winterpunsch.  In sterilisierte Flaschen kochendheiß abgefüllt und noch einmal 30 Minuten bei 90 Grad eingekocht, hat der Sirup eine Haltbarkeit von ca. 6 Monaten.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Verkosten!

Eure Birgit

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4 Kommentare zu „Alles von der Vogelbeere – Teil 2

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